Interview Angelzeitschrift "Am Haken"

zum Wanderfischprogramm an der Wupper
 
 
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Presseberichte zu Lachsen / Meerforellen 01.12.14

Lachse / Meerforellen in der Wupper

Hallo zusammen.

eine kurze Presseübersicht die uns die Pressestelle des Wupperverbandes hat zukommen lassen.

Es wir auch noch eine Reportage des WDR regional folgen.

 
 
 

Lachse laichen erfolgreich ab

Ende Mai wurden im Bereich Auer Kotten vom Büro NZO ( Sitz in Bielefeld) an der Wupper, im Bereich Auer Kotten, Befischungen durchgeführt um zu überprüfen, ob die Salmoniden in diesem Bereich erfolgreich ablaichen. Hierbei wurden mehrere Kleinsalmoniden gefangen. Die Fische wurden entnommen und von der Landesanstalt für Ökologie genetisch untersucht um die genaue Art zu bestimmen. Hierbei wurde eindeutig ein junger Lachs ( 49 mm ) festgestellt!! Besatzmaßnahmen mit diesen Fischarten fand hier im Umkreis von mehreren Kilometern nicht statt. Damit konnte eindeutig belegt werden, dass sich Lachse und andere Salmoniden bereits in den weiter unterhalb gelegenen, z. Teil belasteteren Bereichen der Wupper erfolgreich reproduzieren können

Düsseldorf, 16.01.02 Umweltministerin Bärbel Höhn

Wanderfischprogramm NRW ist großer Erfolg

Renaturierungsbedarf ermittelt und erste Pilotmaßnahmen abgeschlossen - konkrete Aktionspläne für Pilotgewässer können erarbeitet werden NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn hat heute mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Margit Conrad an der gemeinsam betriebenen Kontrollstation für Wanderfische in Buisdorf / Sieg eine sehr positive Zwischenbilanz zu den bisherigen Ergebnissen des Wanderfischprogramms (WFP) gezogen. Danach konnten in der ersten Phase des nordrhein-westfälischen Wanderfischprogramms seit 1998 bereits umfangreiche Kenntnisse über die noch bestehenden ökologischen Engpässe der Fließgewässer gesammelt, konkrete Maßnahmen vorgeschlagen und erste Erfolge erreicht werden. Umweltministerin Bärbel Höhn: "Ziel dieses ehrgeizigen Natur- und Artenschutzprojektes ist es, auch anspruchsvollen Tierarten, wie z.B. dem Lachs, wieder dauerhafte Überlebenschancen in unseren Fließgewässern zu geben. Die erfreulich hohen Zahlen von Fischen, die aus dem Meer in unsere Flüsse zurückkehren, zeigen, dass wir mit dem Wanderfischprogramm Erfolg haben: Bis heute sind im gesamten Siegsystem seit 1990 584 Lachse wieder aufgestiegen, davon allein 417 seit 2000. Dennoch besteht in diesem sehr dicht besiedelten Land ein erheblicher Renaturierungsbedarf in den Laichgewässern.Mit den nun vorliegenden Konzepten ist dieses Ziel mittelfristig erreichbar. Wir müssen die Laichgebiete noch besser vor Abwassereinflüssen und Erosion schützen, die Gewässerdynamik und -struktur verbessern und die Fische an Wasserkraftanlagen schützen. In diesem Jahr werden wir konkrete Aktionspläne für Sieg, Wupper, Dhünn, Eifelrur, Ruhr und einige Weserzuflüsse erarbeiten, die ab 2003 umgesetzt werden. Die länder- und grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist dabei ein wichtiger Eckpfeiler." In der ersten Programmphase seit 1998 wurde durch wissenschaftliche Untersuchungen und ein begleitendes Monitoringprogramm erforscht, wie groß der Renaturierungsaufwand in nordrhein-westfälischen Gewässern tatsächlich ist und welche Maßnahmen zur Wiederherstellung der aquatischen Lebensräume zu ergreifen sind. Im Einzelnen wurden folgende Maßnahmen durchgeführt: · umfangreiches Fischbestands-Monitoring u.a. durch die Kontrollstation an der Sieg und Erfolgskontrollen von Maßnahmen · Rückbau von sieben Wehren allein im Rahmen des WFP im Bereich der Sieg (Obere Sieg, Bröl und Heller) · zurückhaltende Gewässerunterhaltung an der Sieg · Pilotprojekte zur Strukturierung von Gewässern durch Totholzeinbringung und Reinigung von Kiesbänken · Erstellung von Konzepten zur auf- und abwärtsgerichteten Durchwanderbarkeit der Gewässer (Eifelrur, Dhünn und Wupper) · Pilotforschungsprojekt zur Sanierung von Laichgewässern an der Bröl Das Programm baut auf den Erfahrungen aus dem Rhein-Aktionsprogramm der "Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins" seit 1987 auf. Die Umsetzung des Programms liegt bei der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten. Zusätzlich existieren Regionale Gewässerarbeitsgruppen bei den Bezirksregierungen und eine Zentrale Lenkungsgruppe sowie ein Wissenschaftlicher Beirat beim MUNLV. Der Fischerverband NRW ist in personeller, finanzieller und fachlicher Hinsicht sehr erfolgreich als Kooperationspartner innerhalb des Programms tätig. Die Kontrollstation an der Sieg wird in guter Zusammenarbeit mit dem Partnerland Rheinland-Pfalz betrieben und unterhalten. Die Renaturierungs-Ziele des Wanderfischprogramms sind auch in der EU-Wasser-Rahmen-Richtlinie und im neuen Programm "Rhein-2020" der Rheinanliegerstaaten verankert. Die internationale Kooperation ist durch die "Internationale Kommission zum Schutze des Rheins" gewährleistet. Die Ergebnisse sind in der neu erschienenen Fach-Broschüre "Wanderfischprogramm Nordrhein-Westfalen - Statusbericht zur ersten Programmphase 1998-2002" ausführlich dargestellt. Eine Kurzdarstellung ist daneben einem Faltblatt zu entnehmen.
Diese Informationsmaterialien können bestellt werden beim:
Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW
Schwannstraße 3
40476 Düsseldorf
Telefax: 0211/4566-388

Darüber hinaus werden in einer fünfteiligen Posterreihe der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW die verschiedenen Lebensräume des Lachses und seine Ansprüche illustriert
LÖBF
Postfach 101052
45610 Recklinghausen
Tele:02361 305-576,
Fax:02361 305-439).
 

Lachsbruthaus am Beyenburger Stausee

Feuchte Kinderstube für Wupperfische
Kulinarische Gelüste weist Helmut Wuttke weit von sich: "Diese Eier schmecken mir nicht", sagt der [damalige] l. Gewässerwart des Bergischen Fischereivereins in Wuppertal. Mit Kaviar sähe das anders aus, aber schließlich "kämpfen wir hier um jedes Ei". Zum Verspeisen sind die vielen Lachseier also nicht geeignet, die in wassergefüllten Schalen dicht beisammen liegen. Das neue Lachsbruthaus des Fischereivereins am Beyenburger Stausee ist vielmehr für das ungestörte Aufwachsen der Fische gedacht. Denn was sich vor vielen Jahren in der Wupper heimisch fühlte, soll dort wieder angesiedelt werden. Ziel ist, die natürliche Wiedereinbürgerung der Lachse. "Etwa 10 000 Eier liegen in einer Kiste", erklärte Wuttke der nordrhein-westfälischen Umweltministerin Bärbel Höhn, die auch zur Eröffnung des Lachsbruthauses gekommen war. Zwei Mitarbeiter sind jeden Tag damit beschäftigt, die feuchten Brutstätten zu reinigen und die Eier zu sortieren. Bevor die Lachseier in den Becken des neuen Bruthauses brüten, haben sie eine lange Reise hinter sich. In Schottland und Irland werden die Fische gefangen, ihre Eier abgestreift und per Flugzeug nach Deutschland gebracht. Im Beyenburger Bruthaus liegen derzeit etwa 140 000 Eier. Der Großteil ist für die Wupper bestimmt, 40 000 zukünftige Lachse gehen in andere Gewässer. Frisches Wasser fließt ununterbrochen von unten in die Becken und versorgt die Eier mit Sauerstoff. Nach zwei Monaten im Brutkasten wandern die etwa zwei Zentimeter kleinen Fische schließlich in die große weite Wasserwelt. Bärbel Höhn lobt das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder und freut sich, daß immer mehr Fischarten wieder in der Wupper zu finden sind. Auf 120 000 Mark beziffert Wuttke die Baukosten für das Gebäude am Ufer des Stausees. Dabei kamen 50 000 Mark aus Federleichten des Landes, den restlichen Betrag deckten Spenden. Zukünftig sollen die ausgesetzten Fische "weiter begleitet werden", denn der Fischereiverein ist nicht nur für das Angeln zuständig sondern trägt ebenso wissenschaftliche Ergebnisse über das Leben der Fische zusammen.

TIM HÖFINGHOFF

Wieder Lachse in der Wupper

Wuppertal (asp). Eine Brutstätte für 650 000 Lachseier ist gestern in Wuppertal-Beyenburg eingeweiht worden. Mit der Fischzucht soll der Lachs wieder in der Wupper angesiedelt werden. Die Tiere gelangen von hier aus über den Rhein zur Nordsee. Zum Laichen kehren sie dann wieder ins Bergische Land zurück. GROSSE HILFE. Rolf Schulte, der [damalige] Vorsitzende des Bergischen Fischerei-Vereins, der am Beyenburger Stausee residiert, konnte sich gestern freuen: Hans Römmler von der Radevormwalder Generalagentur der Allianzversicherung überreichte ihm einen Scheck über 500 Mark zur Unterstützung der Aktion, mit der wieder Lachse in der Wupper angesiedelt werden sollen. Mehr noch: Römmler, der in den Radevormwalder Wupperortschaften wohnt, versprach, sich intensiv dafür einzusetzen, daß über die "Stiftung Umweltschutz" der Allianz weitere Maßnahmen gefördert werden, wie etwa der Bau von Fischtreppen, die den Tieren die Wanderung durch den Bergischen Fluß ermöglichen bzw. erleichtern sollen.

1830 schwamm der letzte Lachs in der Wupper

In der jetzt eingeweihten Brutstätte des Bergischen Fischerei-Vereins werden Lachse gezüchtet, um sie wieder in der Wupper anzusiedeln. Von Annette Spickhoff "Die Eier sind nicht als Kaviar geeignet", erklärte schmunzelnd Helmut Wuttke, [der damalige] 1.Gewässerwart des Bergischen Fischerei-Vereins, bei der Einweihung des Lachsbruthauses in Beyenburg. Etwa 100000 rosafarbene Eier mit jeweils zwei schwarzen Punkten (den späteren Augen des Fisches) werden hier von Ende Dezember bis Anfang Juni in großen Becken mit einer genau bemessenen Wassertemperatur ausgebrütet. Die Eier werden aus Irland und Schottland nach Wuppertal importiert. "Wir hoffen, daß wir den Fischbestand in der Wupper wieder aufbessern können", sagt Wuttke, der mit 15 weiteren ehrenamtlichen Mitgliedern des Fischerei-Vereins die Brutstätte, übrigens die einzige ehrenamtlich organisierte in Nordrhein-Westfalen, betreut. Der letzte Lachs war 1830 in der Wupper gesehen worden. Danach wurde der Fluß durch die Abwasser von den Webereien und Färbereien zum "bunten Strom". Die schlechte Wasserqualität und die später hinzukommenden Kraftwerke sorgten dafür, daß die Lachse für lange Zeit aus der Wupper verschwanden. Seit 1993 werden wieder Junglachse in der Wupper ausgesetzt, um den Fisch erneut einzubürgern. Wenn aus dem rosafarbenen Laich die Junglachse geschlüpft sind, werden die Fische nach einiger Zeit in der Wupper ausgesetzt. "Von den mehr als 100 000 Junglachsen in der Brutanlage überleben bestimmt 97 Prozent die Geburt", weiß Wuttke. Nachdem die Tiere in der Wupper ausgesetzt worden sind. bleiben sie dort zwei bis drei Jahre. Dann begeben sie sich auf den weit über 1000 Kilometerlangen Weg über den Rhein zum Meer. Nach vier bis fünf Jahren machen sich die Lachse wieder auf in Richtung Heimat - nach Wuppertal. Die Sache hat nur einen Haken. Durch die unterschiedliche Wasserqualität - die untere Wupper sei zum Beispiel teilweise noch verdreckt, so Wuttke - kommen weniger als 0,1 Prozent der Fische wieder zurück. Dennoch gaben sich die Gäste, darunter auch Bürgermeisterin Irmgard Wohlert und Umweltministerin Bärbel Höhn, und die Mitglieder des Bergischen Fischerei-Vereins optimistisch. Es tauchten wieder häufiger Forellen auf. Vor einiger Zeit habe man im Reuschenberger Bach sogar eine zehn Pfund schwere Forelle gesehen, erzählt Wuttke. Inzwischen leben wieder 30 Fischarten in der Wupper.

400000 Eier in der Brut

Im Jahr 2000 sind wieder Lachse in der Wupper.

Bild 21.03.97 Von RALF STIFTER
Der [damalige] erste Gewässerwart, hockt an einer grauen Wanne, saugt an einem Schlauch und ist ganz sicher: "In der Wupper gibt's bald wieder Lachse." Dafür sorgt er mit 15 Freunden vom "Bergischen Fischerei-Verein". Drei Stunden täglich wachen sie im Bruthaus am Beyenburger Stausee über 400.000 Lachseier in 40 Wannen, pflegen die Brut - alles ehrenamtlich! Ihr Ziel unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Johannes Rau: Lachse sollen in unseren Gewässern wieder heimisch werden. Der letzte Lachs in der "Wupper wurde 1830 nachgewiesen . . . Im September 1995 begann der Bau der Brutstation. Im April wird sie offiziell eröffnet. BILD schaute sich schon um. Erster Vorsitzender: "Die Wasserqualität der Wupper ist mittlerweile sehr gut. Wir setzen die 15 Millimeter großen Jung-Lachse per Hand ein. Hoffen, daß ein Prozent der ausgewachsenen Fische wieder in das Heimatgewässer Wupper zurückkehrt und hier laicht." Bis dahin werden vier bis sechs Jahre vergehen. Ihre Jugend verbringen die Lachse in der Wupper, wandern dann über den Rhein und die Nordsee bis nach Grönland, wachsen bis zu einem Meter Länge. Die Eier kommen aus Irland und Schottland, kosten 20 Pfennig. Rolf Schulte: "Wir finanzieren das Projekt zur Hälfte selbst, arbeiten ehrenamtlich 800 Stunden pro Zuchtsaison." Die Ministerin in der Sardinen-Büchse Umweltministerin Bärbel Höhn besuchte 600 000 Fischkinder im Bruthaus des Fischerei-Vereins. (ulk). In katholischen Gegenden braucht's zu einer Einweihung natürlich echtes Weihwasser. Bei der "Einweihung" des neuen Bruthauses des Bergischen Fischerei-Vereins im mittlerweile überwiegend evangelischen Beyenburg tat es das Wasser des Lohbaches auch. Zumal es weniger auf das Haus als mehr auf seinen Inhalt ankam. 600000 Fischkinder haben hier noch für etwa zwei Wochen ein kühles Zuhause. Und denen ist das kristallklare Quellwasser sicher viel lieber als das abgelagerte Weihwasser aus dem Kirchenbecken. Vorsitzender Rolf Schulte aus Rade und Gewässerwart Helmut Wuttke sorgten allerdings mit illustren Gästen aus Politik und Vereinswesen für weihevolle Atmosphäre. Nicht im Bruthaus, denn da herrschte angesichts des zahlreichen Jubiläumsbesuches drangvolle Enge wie in einer Sardinenbüchse. Zur Feierstunde des neugebauten Hauses begab man sich nach ausgiebiger Besichtigung des glitschigen Nachwuchses ins (evangelische) Gemeindehaus in Neu-Beyenburg. "Ich mag Fisch in jeder Beziehung", gestand die Ministerin. "Auch auf dem Teller. Aber hier geht es mir vor allem um den Fisch als sicheren Anzeiger für hervorragende Wasserqualität." Darum hatte ihr Ministerium auch 50000 Mark zum 150000 Mark teuren Bruthausprojekt des Fischerei-Vereins hinzugegeben. "Wenn wir Fische in unseren Gewässer wieder heimisch machen wollen, geht es nicht ohne Menschenhand", lobte sie die Arbeit des 400 Mitglieder starken Vereins. Ziel der neuen Brutanlage: Jährlich sollen hier etwa 600000 Lachse und Forellen für die Wupper groß gezogen werden. Nicht nur zum Angeln, sondern in erster Linie, um den Lachs im heimischen Gewässer neu anzusiedeln. "Eine Anglerin bin ich nicht", so Bärbel Höhn. "Aber in Ruhe zu sitzen und nachzudenken, reizt mich an diesem Sport schon. Allerdings bekomme ich Probleme, wenn ich die Tiere dann töten müßte." In ihren Grußworten zur Einweihung des neuen Bruthauses am Stausee hoben [der damalige] Vorsitzender Rolf Schulte, Rades Bürgermeister Friedel Müller und Fritz Bergmann als Präsident des Landesfischereiverbandes die ökologische Bedeutung der Arbeit im neuen Bruthaus hervor. In zwei Wochen werden die Tiere ins Leben entlassen.

1830 schwamm der letzte Lachs in der Wupper

Umweltministerin Bärbel Höhn besuchte 600 000 Fischkinder im Bruthaus des Fischerei-Vereins. (ulk). In katholischen Gegenden braucht's zu einer Einweihung natürlich echtes Weihwasser. Bei der "Einweihung" des neuen Bruthauses des Bergischen Fischerei-Vereins im mittlerweile überwiegend evangelischen Beyenburg tat es das Wasser des Lohbaches auch. Zumal es weniger auf das Haus als mehr auf seinen Inhalt ankam. 600000 Fischkinder haben hier noch für etwa zwei Wochen ein kühles Zuhause. Und denen ist das kristallklare Quellwasser sicher viel lieber als das abgelagerte Weihwasser aus dem Kirchenbecken. Vorsitzender Rolf Schulte aus Rade und Gewässerwart Helmut Wuttke sorgten allerdings mit illustren Gästen aus Politik und Vereinswesen für weihevolle Atmosphäre. Nicht im Bruthaus, denn da herrschte angesichts des zahlreichen Jubiläumsbesuches drangvolle Enge wie in einer Sardinenbüchse. Zur Feierstunde des neugebauten Hauses begab man sich nach ausgiebiger Besichtigung des glitschigen Nachwuchses ins (evangelische) Gemeindehaus in Neu-Beyenburg. "Ich mag Fisch in jeder Beziehung", gestand die Ministerin. "Auch auf dem Teller. Aber hier geht es mir vor allem um den Fisch als sicheren Anzeiger für hervorragende Wasserqualität." Darum hatte ihr Ministerium auch 50000 Mark zum 150000 Mark teuren Bruthausprojekt des Fischerei-Vereins hinzugegeben. "Wenn wir Fische in unseren Gewässer wieder heimisch machen wollen, geht es nicht ohne Menschenhand", lobte sie die Arbeit des 400 Mitglieder starken Vereins. Ziel der neuen Brutanlage: Jährlich sollen hier etwa 600000 Lachse und Forellen für die Wupper groß gezogen werden. Nicht nur zum Angeln, sondern in erster Linie, um den Lachs im heimischen Gewässer neu anzusiedeln. "Eine Anglerin bin ich nicht", so Bärbel Höhn. "Aber in Ruhe zu sitzen und nachzudenken, reizt mich an diesem Sport schon. Allerdings bekomme ich Probleme, wenn ich die Tiere dann töten müßte." In ihren Grußworten zur Einweihung des neuen Bruthauses am Stausee hoben [der damalige] Vorsitzender Rolf Schulte, Rades Bürgermeister Friedel Müller und Fritz Bergmann als Präsident des Landesfischereiverbandes die ökologische Bedeutung der Arbeit im neuen Bruthaus hervor. In zwei Wochen werden die Tiere ins Leben entlassen.

Nach 160 Jahren: Kapitaler Wupper-Lachs im Netz

Die Westdeutsche Zeitung vom 18.11.01
Von Daniel Hartmann (Text) und Kurt Keil (Foto)

Das Wanderfischprogramm trägt erste Früchte. Neben dem Lachs fingen Mitglieder des Bergischen Fischerei-Vereins noch drei Meer-Forellen.
Nur für Sekunden gelang es Helmut Wuttke, den riesigen Fisch aus dem Wasser zu ziehen und ihn dem Fotografen zu präsentieren. Immer wieder wehrte sich der kapitale Brocken und glitschte dem Fischereiberater der Stadt aus den Fingern. Es schien fast so, als wollte der mächtige Fisch nach so langer Zeit sein neues Revier selbst für einen kurzen Schnappschuss nicht mehr verlassen. 160 Jahre sind keine Lachse mehr in der Wupper nachgewiesen worden. Jetzt ging Mitgliedern des Bergischen Fischerei-Vereines und Helmut Wuttke wieder ein Lachs ins Netz. "Das Lachsweibchen hat eine außergewöhnliche Größe", berichtete Wuttke. Mit 80 Zentimetern und fast elf Pfund Gewicht sei es ein Prachtexemplar. Damit trägt das 1993 unter der Schirmherrschaft des damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau ins Leben gerufene Wanderfischprogramm erste Früchte. Ziel des Programms ist es, wieder Fische in der Wupper anzusiedeln. Die aktuelle Aktion sei zur Erfolgskontrolle initiiert worden. Ein noch größeres Lachsmännchen entwischte den Fischern. "Die Wupper ist auf dem besten Weg, wieder ein guter Lachsfluss zu werden", bewertete Wuttke den Fang. Neben dem Lachs konnten noch drei Meerforellen auf Höhe des Wehres Auer Kotten gefangen werden. Das Forellen-Männchen sei etwa 80 Zentimeter groß und knapp über neun Pfund schwer. Die Fische werden nun zum Laichen in die Brutanlage des Beyenburger Stausees gebracht.

Foto: Helmut Wuttke ging dieser kapitale Lachs auf Höhe des Wehres Auer Kotten ins Netz.
Der Fisch kommt nun zum Laichen in die Brutanlage des Beyenburger Stausees.