Bruthausgalerie

Die Bruthausgalerie von Petra Sterken sowie Tina und Frank Richter. Petra Sterken gebührt unser besonderer Dank für die vielen tollen Fotos, die die einzelnen Stadien der Lachseientwicklung bis hin zum Lachsbrütling zeigen.
 

Bereits im Jahr 1994 begannen erste Planungen die Möglichkeiten bei der Salmonidenerbrütung zu Gunsten des Wanderfischprogrammes NRW zu verbessern. Dietmar Firzlaff, Leiter der Firma aquaFuture e. K. ( www.aquafuture.de ) und Helmut Wuttke ( H.Wuttke@arcor.de ) vom Bergischen Fischerei -Verein 1889 e. V. Wuppertal planten gemeinsam die Gestaltung und Ausrüstung dieses zukunftsweisenden Gebäudes.

Das architektonische know how wurde von Albert Mai, einem verdienten Mitglied des BFV, beigesteuert. Die Gesamtkosten für das Gebäude, einschließlich aller Gerätschaften lag insgesamt bei über 50 000 €. Die erforderlichen Mittel wurden über Spenden, Vereinsmittel und Gelder aus der Fischereiabgabe des Landes NRW aufgebracht. Selbstverständlich wurde auch ein erheblicher Teil an Eigenleistungen beigesteuert. Die Wasserversorgung des Bruthauses erfolgt über natürliches Gefälle aus dem nahe gelegenen Lohbach. Bei den aufwendigen Arbeiten zur Wasserversorgung half der Wupperverband dankenswerter Weise mit.

Versehen mit einer attraktiven Dachbegrünung wurde das Bruthaus in Fertigbauweise bereits im Jahre 1996 im Rohbau fertiggestellt und im Frühjahr des darauf folgenden Jahres, am 18.04.1997, im Beisein von Umweltministerin Bärbel Höhn, eingeweiht. Zahlreiche Gäste aus Politik und Fischerei erschienen um an diesem geschichtsträchtigen Ereignis teilzunehmen. Im Bruthaus können in insgesamt neun Brutschränken und sechs Unterstromrinnen etwa 1.000.000 Salmonideneier aufgelegt und erbrütet werden.

Im Jahr 2001 wurden neben dem Bruthaus zwei Rundstrombecken installiert, um hier die kurzfristige Zwischenhälterung von gefangenen Laichfischen, bis zum Erreichen der endgültigen Laichreife, zu ermöglichen. Ist die Laichreife eingetreten, kann man die Fische abstreifen um die Laichprodukte zu gewinnen. Die gewonnen Eier werden anschließend im Bruthaus aufgelegt. Zum ersten Mal konnte das in diesem Jahr praktiziert werden. Bisher mussten alle Lachseier aus Irland importiert werden, was ziemlich aufwendig und auch recht teuer ist. Ein einziges Lachsei kostet zur Zeit zwischen 7 und 9 Cent.

Die Hauptarbeitszeit im Bruthaus ist naturgemäß der Winter und das Frühjahr. Während des Sommers wird das Gebäude nicht genutzt. In dieser kalten Jahreszeit werden die aufgelegten Lachs- und Forelleneier jeden Tag von ehrenamtlichen Helfern betreut. Täglich werden abgestorbene Eier und tote Brütlinge aus den einzelnen Schalen herausgesucht, um das Krankheitsrisiko zu mindern.

Das ist zwar sehr zeitintensiv, wird aber durch eine besonders hohe Erfolgsquote am Ende der Saison belohnt. In einem normalen Jahr liegt die Ausfallrate bei den Eiern immer unter 5 % der aufgelegten Eier. Daher leistet eine solche Anlage einen wichtigen Beitrag zur Stützung der heimischen Salmonidenbestände oder für Wiedereinbürgerungsprojekte. In der Natur sind die Verluste wesentlich höher.