Der letzte Nachweis eines Lachses in der Wupper kann inetwa auf das Jahre 1830 zurückdatiert werden. Nun werden seit 1993 wieder Junglachse in der Wupper ausgesetzt, um einen Fisch wieder einzubürgern, der aufgrund seiner außergewöhnlichen Lebensweise und Ansprüche an die Gewässersysteme ausgestorben war: Lachse erblicken das Licht der Welt in den Kies- und Schotterbänken der Äschenregion, die sich häufig im Oberlauf kleinerer und mittelgroßer Fließgewässer befinden. Hier verbringen sie in flachen Stromschnellen ihre Kindheit und ernähren sich hauptsächlich von den Kleinlebewesen im Gewässer. Je nach Temperatur ihres Heimatgewässers haben sie nach zwei bis drei Jahren eine Größe von ca. 15-20 cm erreicht. Nun beginnt eine der aufregendsten Phasen im Leben des Lachses! Er bereitet sich auf seine Wanderung zur Nordsee vor. In dieser Zeit verfärbt sich sein Schuppenkleid silberhell, zusätzlich speichert er in seinem Gehirn spezielle Geruchsstoffe seines Heimatgewässers: er wird geprägt. Dann geht es (zumeist im Frühjahr) flußabwärts über den Rhein bis zur Nordsee. Hierbei sind viele Gefahren zu bewältigen. Neben den natürlichen Feinden( Raubfische, Kormorane, Graureiher etc.) machen auch die Turbinen von Wasserkraftwerken, Gewässerverunreinigungen und die kommerzielle Fischerei den langen Weg zu den Weidegründen der Lachse zu einem Spießrutenlauf. Teilweise wandern die Lachse bis vor Grönland, um gute Futterplätze zu erreichen. Nach 1-3 Jahren Meeresaufenthalt haben sie ein Gewicht zwischen 3 und 15 kg erreicht und wandern im Herbst den beschwerlichen Weg zurück zu ihrem Geburtsgewässer, um dort abzulaichen. So schließt sich der Lebenszyklus. Die Wiedereinbürgerung der Lachse sowie Maßnahmen zur Stützung der gefährdeten Bachforellenbestände in der Wupper haben den Bergischen Fischerei Verein 1889 e. V. Wuppertal dazu veranlaßt, bereits im Jahre 1990 den Gedanken an ein eigenes Bruthaus in Form einer Projektbeschreibung zu konkretisieren. Die ersten Schritte zur Realisierung dieses Vorhabens waren jedoch sehr schwierig, zumal ein Bruthaus zur Förderung der heimischen Fischfauna sicherlich kein alltägliches Bauvorhaben ist. So war zunächst nach Stellung der Bauvoranfrage (1992) bei den Genehmigungsbehörden viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Nach einem eingeforderten Gutachten zur Gesamtmaßnahme und einer Eingriffsbewertung am Bauort wurde die Voranfrage im Mai 1994 endgültig positiv entschieden. Im Frühjahr 1993 fand der Erstbesatz mit Lachsen und Meerforellen an der Wupper statt. Schon diese erste Aktion stand unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes NW, Dr. h.c, Johannes Rau, sie wird seitdem jährlich wiederholt, Sicherlich haben diese Aktivitäten allen Beteiligten des Genehmigungsverfahrens die Ernsthaftigkeit der Unternehmungen des Bergischen Fischerei -Vereines deutlich gemacht und zu einer positiven Betrachtungsweise geführt. Im September 1995 wurde die Baugenehmigung erteilt und das Gebäude konnte innerhalb von drei Monaten im Rohbau fertiggestellt werden. Bereits im Januar 1996 konnte mit einem Probebetrieb begonnen werden. Im Januar 1997 erfolgte die endgültige Fertigstellung und Abnahme der baulichen Anlagen.